Was heißt es Adventist zu sein?
- 19. Okt. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 3. Nov. 2025

Wenn mich jemand fragt, was es heißt, Adventist zu sein - was würde ich antworten?
Es heißt:
Ich glaube, dass Gott gut ist - auch, wenn es manchmal wirklich nicht so scheint. Aber ich glaube, dass es ihn gibt, dass er mich liebt - und alle anderen Menschen auch, auch die Bösen, weil ich es erlebt habe. Und dass er für mich eine Aufgabe hat in dieser Welt: Als Licht in der Dunkelheit zu scheinen. Das heißt - nicht ich, aber er durch mich, wenn er in meinem Herzen einen kleinen Platz findet.
Ich würde auch sagen: Gott und meinen Nächsten zu lieben ist mein höchstes Ziel. Das finde ich wichtig. Aber ich kann es selbst nicht immer so gut. Dafür gibt es Vergebung - die ist für mich wichtig.
Und das heißt auch: Ich möchte demütig, barmherzig und mitfühlend sein. Ich will das Leben von Jesus lernen.
Für mich ist es außerdem wichtig, mit Gott in Kontakt zu sein - ihm zu danken, um Hilfe zu bitten, mich zu inspirieren, zu korrigieren, mit Liebe zu füllen, zu bitten für andere da zu sein. Darum ist mir das Gebet wichtig. Und ich habe erlebt, dass es umso mehr Macht hat, wenn wir als Gruppe zu Gott kommen.
Außerdem liegen mir Beziehungen am Herzen. Ich weiß, dass ich Unterstützung und Freundschaft brauche, Ermutigung in meinem Glauben und dass auch andere mich brauchen. Darum ist mir die Kirche wichtig - oder irgendeine Form von Gemeinschaft, wo wir uns regelmäßig treffen, über Gott und über uns reden und zusammen beten, singen, lachen und weinen können. Für mich findet Kirche zu 50% in Wohnzimmern statt. 50% im Kirchengebäude. Davon 25% während dem Gottesdienst.
Was mich von anderen Christen unterscheidet? Oder überhaupt von anderen Menschen? Dass ich mehr weiß (in manchen Themen). Aber nicht, dass ich mehr kann. Ich bin gut in der Theorie, wirklich gut. Ich habe viel aus der Bibel gelernt, was meinen Alltag bereichert: den Sabbat als Ruhetag, das Prinzip Gott 10% von meinem Geld zu geben, gesund zu leben (vor allem, was das Essen angeht), an eine Auferstehung zu glauben und die Hoffnung zu haben, dass das Leid auf dieser Welt wirklich bald vorbei ist. Ich kann die Geschichte aus Sicht der Bibel erklären und was darin über die Zukunft der Welt steht.
Aber in der Praxis? Liebevoll sein? Großzügig mein Geld mit Bedürftigen teilen? Mein Haus für Gäste öffnen? Mein Geld für Geschenke an andere zu nutzen? Die Umwelt zu schonen? Menschen Hoffnung und Trost zu geben? Vor Gott Ehrfurcht zu haben? Still zu werden? Regelmäßig zu beten? Oh, ich glaube, das können viele andere besser als ich. Meine muslimischen Schüler zum Beispiel (die mir immer so viel Dankbarkeit und Geschenke bringen). Meine Nachbarin, die nie in die Kirche geht (aber vor und nach dem Essen immer betet). Der atheistische Freund von meiner besten Freundin (der so unglaublich liebevoll und geduldig ist). Mein afghanischer Freund (der bereit ist selbst zu hungern, damit seine ehemaligen Nachbarn in Afghanistan genug Geld haben, um seinen Freund zu beerdigen). Meine esoterische Kollegin (die alle ermutigt, zusammen zu beten). Ich wünschte oft, ich wäre mehr wie sie.




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