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Christliche Meditation

  • 19. Okt. 2025
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 3. Nov. 2025




Kennst du schon christliche Meditation? Ich möchte es dir gerne vorstellen. Warum ich es liebe? Weil wir als Christen dazu neigen, unsere stille Zeit entweder mit lesen oder schreiben (also konsumieren) zu füllen oder damit, Gott vollzuquasseln. Dabei fehlt oft eins: zur Ruhe zu kommen, zu schweigen, Klarheit zu finden, Frieden zu finden, zu reflektieren, unser Herz zu öffnen und innerlich weit zu werden. Dafür brauchen wir Stille - und eine gesunde, bequeme Sitzposition, in der wir es lange gut aushalten. Und am besten noch einen ruhigen Atmen und Konzentrationshilfen.


Ist das buddhistisch, esoterisch? Nein, überhaupt nicht. Warum nennst du es dann Meditation? Wegen folgenden Elementen:


Die Sitzposition

Ich meine damit zum Beispiel die Sitzposition. Wenn man lange beten (oder still werden) will, braucht man eine

1) gesunde

2) bequeme Sitposition

Knien eignet sich schlech (tut schnell weh). Auf der Couch sitzen eignet sich schlecht (man wird schnell schläfrig). Auf einem Stuhl sitzen eignet sich schlecht (unbequem). Darum liebe ich die Sitzposition aus der klassischen Meditation:

  • Die Beine liegen nebeneinander im Schneidersitz (nicht aufeinander). Dadurch kann das Blut gut fließen.

  • Zusätzlich setzt du dich auf ein Mediationskissen oder eine gefaltete Wolldecke, sodass dein Becken etwas erhöht ist. So gewinnt dein Rücken an Länge.

  • Alternativ kann man auch knien, aber dabei auf einem dicken Meditationskissen zwischen den Beinen sitzen, sodass die Beine weiter gut durchblutet werden. Warum Meditationskissen? Sie sind sehr dick und stabil. Natürlich tut es auch ein anderes passendes Kissen.

  • Der Rücken soll gerade sein, der Nacken auch, die Schultern locker, das Kinn leicht geneigt - für eine gesunde Haltung der Halswirbelsäule.

  • Die Hände kannst du offen auf deine Knie legen. Ich persönlich finde es sehr schön, die Handflächen nach oben zeigen zu lassen, als Symbol dafür, dass wir "loslassen" und "empfangen" - für mich die perfekte Geste im Gebet.


Warum noch Meditation?


Schweigen/Stille

Damit meine ich zu schweigen, still zu werden. Ich stelle mir meine Seele vor wie einen See. Erst, wenn sie ganz ruhig ist, kann sich der Himmel darin spiegeln. Wenn ich still werde, kann Gott reden, mich erinnern, mir Dinge bewusst machen, ich ihn reflektieren. In mir sortieren sich die Dinge, ich bekomme Klarheit, werde ruhig. Und wenn ich ruhig werde, öffnet sich mein Herz. Ich werde in der Stille barmherzig, großzügig, mein Herz kann sich weiten. Ich habe dann ganz andere, viel freundlichere Gedanken, treffe liebevollere Entscheidungen, finde Mut.


Atemübungen

Dazu helfen Atemübungen. Ein ruhiger Atem bewirkt einen ruhigen Körper. Atmen beruhigt unser Nervensystem. Man könnte auch sagen: Dadurch ensteht Frieden. Es gibt verschiedene Atemtechniken, die auch Ellen White empfhohlen hat. Für sie war richtiges Atmen die Grundlage eines gesunden Lebensstils (hab ich noch in keiner Adventgemeinde gehört). Wichtig ist dabei tief in den Bauch zu atmen und sich auf das Ausatmen und die Atempausen zu konzentrieren. Wir atmen so lange wir können aus und machen eine Atempause vor dem Einatmen und nach dem Einatmen. Je länger wir ausatmen und nicht atmen, desto ruhiger wird unser Puls. Diese Technik wendet man auch in der Therapie bei Angststörungen an. Warum? Weil es uns beruhigt. Es bringt uns inneren Frieden.


Reflektieren

Wenn wir einfach anfangen zu beten, haben wir eines vergessen: Wahrzunehmen, was überhaupt da ist. Wo stehe ich? Was fühle ich? Was ist überhaupt gerade wichtig? Was habe ich vergessen? Wer will ich sein? Wir können Gott sofort mit unseren Bitten bestürmen. Es ist auch ok, Gott jederzeit unser Herz auszuschütten. Aber wir können auch einen Moment innehalten. Dann wird uns bewusst - dass wir viel haben, um dankbar zu sein. Dass da Schmerz ist, den wir nicht zulassen wollen. Dass es vielleicht Zeit ist loszulassen. Oder sich zu entschuldigen. Oder...


Hören

Und mal ganz ehrlich: Was ist wichtiger: Dass wir Gott sagen, was uns auf dem Herzen liegt? Oder dass Gott uns sagt, was ihm auf dem Herzen liegt? In einer Beziehung sollten beide Partner wenigstens gleichermaßen zur Sprache kommen. Wir wissen ja eigentlich, was Gott will. Und wir haben den Heiligen Geist, der uns an all das erinnern möchte - durch Bibeltexte, Lieder, Worte von unseren Freunden, innere Gedanken. Aber dafür müssen wir Gott Raum geben, zu uns zu sprechen, uns an das Wesentliche zu erinnern, uns neue (seine) Ideen zu geben. Und das geht nur, wenn wir mal den Mund halten und zuhören. Ehrlich gesagt: Ich finde das oft gar nicht so leicht. Meine Gedanken sind oft irgendwo.


Musik

Darum mache ich mir tatsächlich häufig Meditationsmusik an. Es gibt Massen an Meditationsmusik im Internet. Warum keine christliche Musik? Weil sie Text hat. Hier geht es nur darum, uns dabei zu unterstützen, zur Ruhe zu kommen. Mir persönlich hilft das.


Angeleitete Mediation

Ich persönlich profitiere auch von angeleiteter Meditation. Was passiert da? Mady Morrisson erzählt in ihren Meditationen zum Beispiel Folgendes: "Setze dich in eine angenehme Sitzposition. Achte darauf, dass dein Rücken gerade ist, deine Schultern locker. Atme einmal tief ein und wie der aus. Kreise deinen Kopf, um Verspannungen zu lösen. Lass alles los. usw." Mir gibt das manchmal einen guten Einstieg, wenn ich innerlich nicht gut zur Ruhe kommen kann. Danach lasse ich einfach weiter Musik spielen oder genieße die Stille, die ich dadurch gefunden habe.


Lass mich gerne hören, was du davon mitnimmst! Viel Spaß & viel Segen!


 
 
 

1 Kommentar


mmgaffron
09. Nov. 2025

Super gut erklärt! Kann ich alles voll unterschreiben!

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