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Von wem war Jesus beeindruckt?

  • 26. Okt. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 3. Nov. 2025


Ich habe mich gefragt: Wer waren für Jesus die Menschen, von denen er gemerkt hat: "Sie haben mich wirklich verstanden." Von wem war er beeindruckt? Welche Menschen hat er uns als Vorbild dargestellt? Wer von ihnen hat es am besten gemacht? Wem hätte er eine Medallie oder eine Urkunde für "den besten Gläubigen" verliehen (auch wenn er das natürlich nie getan hat)?


Es gibt mehrere von diesen Situationen in den Evangelien:


Matthäus 8,10:

Als Jesus das hörte, war er tief beeindruckt. Er wandte sich an die Menge und sagte: »Ich versichere euch: Einen solchen Glauben habe ich bisher in ganz Israel noch nicht erlebt!

Das war ein römischer Hauptmann.


Matthäus 26,13:

"Ich versichere euch: Überall auf der Welt, wo man die gute Botschaft verbreiten wird, wird man auch davon sprechen, was diese Frau getan hat."

Das war eine stadtbekannte Sünderin.


Matthäus 15,28:

Da sagte Jesus zu ihr: "Frau, dein Glaube ist groß."

Das war eine kananäische Frau.


Lukas 10,37:

Jesus antwortete: »Ja. Nun geh und mach es genauso.«

Das war ein Samariter.


Die religiösen Führer glauben nicht an ihn. Die gebildeten Religiösen wollen ihn umbringen. Seine Jünger nennt er "kleingläubig". Es muss uns auffallen, wen Jesus uns als Vorbild hinstellt. Von wem er der Welt erzählen will. Welche Leute seiner Meinung nach wirklich etwas richtig gemacht haben:


Es sind Menschen, die nicht zu dem Volk Gottes gehören. Die meisten keine Juden. Die meisten haben wohl kaum eine Ahnung, was in der Thora steht. Ein vorbildliches Leben? Wohl kaum. Der eine gehört zu der Staatsmacht, die Gottes Volk unterdrückt und Menschen barbarisch foltert und ausbeutet. Die andere ist in der ganzen Stadt für ihr schlechtes Leben bekannt. Die nächste ist eine Ausländerin, die einer völlig anderen Religion angehört. Und dann ist da noch einer, den die Juden "Hund" nennen, weil sie nicht einmal aussprechen wollen, woher er kommt und wie falsch er glaubt.


Was war nun an den Menschen so besonders?

  • Der römische Hauptmann war fest überzeugt, dass Jesus ihm helfen und seinen Sohn heilen konnte.

  • Die stadtbekannte Sünderin war einfach unendlich dankbar und übergoss Jesus deshalb mit einem unfassbar teuren Salböl, dass sie ihre ganze Altersvorsorge kostete.

  • Die kananäische Frau war ebenfalls fest überzeugt, dass Jesus ihr helfen konnte - warum auch immer.

  • Und der Samariter in der Geschichte von Jesus war vielleicht überhaupt nicht besonders gläubig, das war Jesus hier egal. Er half einem Mitmenschen, der in Not geraten war, und hatte Mitgefühl.


Was ist also in den Augen von Jesus ganz besonders wichtig? Was wünscht er sich am meisten von uns?

  • festen Glauben, dass er helfen kann

  • (oder einfach nur den verzweifelten Versuch, dass wir uns an ihn wie an den letzten Strohhalm klammern?)

  • unendliche Dankbarkeit...

  • ...und emotional riesige gedankenlose(?) verschwenderische Hingabe

  • Mitgefühl für Menschen in Not


Es ist faszinierend, was Jesus nie für herausragend und ganz besonders wichtig hielt, sodass alle davon hören sollten:

  • dass irgendjemand die ganze Thora besonders gut kannte

  • dass es jemand geschafft hat, möglichst fehlerfrei zu leben

  • dass jemand theologisch die Geschichte von Israel oder die Prophezeiungen gut verstanden hatte (hatte leider niemand außer ein paar Astrologen aus dem fernen Osten)

  • dass jemand Jude geworden war und die Religion gewechselt hatte

  • oder irgendetwas anderes


Was lernen wir daraus? Wo finden wir Vorbilder?


Möglicherweise nicht immer

  • in der Kirche (im Volk Gottes)

  • unter den religiösen Gelehrten

  • unter denen, die sich besonders gut mit den heiligen Schriften auskennen

  • unter denen, die am längsten mit Jesus zusammen sind und ihn am besten kennen

  • unter denen, die mit Jesus großgeworden sind


Sondern vielleicht eher

  • unter den völlig verweifelten hoffnungslosen Fällen, die sich an Jesus klammern, wenn sie ihn sehen

  • unter solchen, die verschwenderisch alles für Gott geben

  • unter den unglaublich Dankbaren

  • unter unseren Feinden, die das Volk Gottes unterdrücken, aber Jesus beobachtet haben

  • unter Ausländern und Menschen mit einer anderen Religion, die von ihm Hilfe erhoffen, auch wenn sie gar nicht wissen, wer er genau ist

  • in jedem Menschen auf dieser Welt, der Mitgefühl mit einem anderen hat


Afghanen? Taliban? Atheisten? Unsere Nachbarn. Keine Kirchgänger. Traditions-Christen. Muslimische Hausfrauen. Irgendwer am Bahnhofsviertel in Frankfurt, der leise nachts danke sagt und Gott bittet ihm irgendwie zu helfen, weil er sich selbst nicht helfen kann. Und Leute, die in Kirchen Kerzen anzünden oder nach Mekka pilgern, weil sie Gott zeigen wollen, dass er ihnen wichtig ist.


Merke eins: Gottes Volk ist irgendwo, überall - auf jeden Fall besonders außerhalb der Kirche. Leider. Oder ist heute alles anders als zur Zeit von Jesus?

 
 
 

1 Kommentar


mmgaffron
09. Nov. 2025

So wahr! Wie weit hat sich die Christenheit von ihrem eigentlichen Vorbild entfernt... Zurück zur Quelle! What would Jesus do?

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